von Frau Sophie Strodtbeck  und  Herr PD Dr. Udo Gansloßer

An ihren Hormonen sollt ihr sie erkennen

In einer Untersuchung von zwei spanischen Arbeitsgruppen (Rosado et al 2010, Applied Animal Behaviour Science 123, 124–130) wurden Bluthormonuntersuchungen verschiedener Botenstoffe von aggressiven und nicht aggressiven Hunden miteinander verglichen. Am deutlichsten war, dass aggressive Hunde in der Regel niedrigere Konzentrationen des Serotonins aufwiesen als nicht aggressive, wobei Hunde mit defensiver Aggression am niedrigsten waren. [Weiterlesen]


Nicht immer sind die Kleinen einfacher

Eine Arbeitsgruppe von Professor Paul McGreevy (PLOS ONE 2013, 8 (12): e80529), Universität Sydney in Australien, verglich 49 Rassen unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Gewichts bzgl. einer ganzen Reihe von Verhaltenseigenschaften. Dabei zeigte sich generell, dass für viele, eher unerwünschte Verhaltensweisen, bspw. Besteigen von Menschen oder Objekten, Furcht vor Hunden, Trennungsprobleme, nicht sozialer Furcht, Aggression gegen Halter und aufmerksamkeitsforderndes Verhalten, ein negativer Zusammenhang mit der Körpergröße=Schulterhöhe besteht. Das bedeutet, je kleiner der Hund, desto größer die Wahrscheinlichkeit dass er solche Probleme zeigt. [Weiterlesen]


Feuerwerksstress auch bei Kojoten

Die Aussage, dass Stressreaktionen von Haustieren nach Feuerwerk und ähnlichen, durch menschliche Aktivitäten verursachten Störungen überwiegend eine Reaktion auf die Verhaltensänderungen der menschlichen Besitzer wären, findet sich öfter in der verhaltenstherapeutischen Literatur. Hinweise auf Feuerwerksprobleme bei Wildtieren sind in der Tat sehr selten, gerade in jüngster Vergangenheit wurden von uns im Rahmen der Bewertung von Feuerwerksaktivitäten für Zootiere einschlägige Untersuchungen angestellt. Es gibt nahezu keine Literaturangaben dazu, die Beobachtungen an den Zootieren zeigten in der Regel eine sehr gelassene bisweilen sogar ignorierende Reaktion. Nur wenige Arten zeigten kurze, und dann auch keineswegs panische Reaktionen. Kein Vergleich also mit den Daten von Hunden und Hauskatzen. [Weiterlesen]


Wer wedelt denn da?

Die Richtung des Schwanzwedelns sagt bei Hunden einiges über Ihre Emotionen und Absichten. Bereits 2007 zeigte ein Autorenteam um Angelo Quaranta (Quaranta et al, Curr. Biol. 17, R199–R 201), dass Hunde beim Anblick ihres Halters mehr nach rechts wedeln, beim Anblick eines selbstsicheren fremden Hundes mehr nach links. Wedeln nach rechts ist also (so hoffen wir für die jeweiligen Halterinnen) eher mit Freude und Annäherung, Wedeln nach links mit Rückzugstendenzen verknüpft.

Aber was bedeutet es für einen Hund wenn ein anderer rechts oder links wedelt? In einer Fortsetzung, nun veröffentlicht von Marcello Siniscalchi et al. (ebenfalls von der Veterinärfakulät Bari) wurden Hunden Videoaufnahmen von wedelnden Artgenossen oder Schattenrisse von wedelnden Hundesilhouetten gezeigt und die Herzschlagrate aufgezeichnet. Wedelte der Video-Hund nach links, so stieg die Herzrate und der Hund zeigte mehr ängstliches Verhalten. Wedelte er nach rechts, so stieg die Herzrate nicht. Videohund und Schattenriß zeigten keine unterschiedliche Wirkung. Bemerkenswert ist, dass ein stillstehender Hund mehr Erregung erzeugte als ein rechtwedelnder, aber nicht so viel wie ein linkswedelnder.

Die gängige Interpretation besagt, dass die linke Hirnhälfte mehr für Annäherung und positive, die rechte für Vermeidung und negative Tendenzen zuständig ist – und die körperlichen Verschaltungen gehen ja bekanntlich im Gehirn über Kreuz, ein Rechtshänder wird ja auch von der linken Hirnhälfte gesteuert.


Kohlenhydrate und Selbstkontrolle – eine wenig beachtete Seite der Fütterung

Nachdem durch molekulargenetische Untersuchungen mittlerweile deutlich belegt ist, dass Haushunde im Gegensatz zu Wölfen zu einer sehr viel stärkeren und erfolgreicheren Kohlenhydrat-, Stärke- und Fettverdauung befähigt sind, sollte eigentlich die Praxis der reinen bzw. überwiegenden Fleischfütterung für Haushunde ohnehin der Vergangenheit angehören (Axelsson et al. 2013). Wenig bekannt dagegen ist, dass auch im Bereich der Verhaltenskontrolle die Fütterung von Kohlenhydraten durchaus Effekte haben kann. [Weiterlesen]


Faszinosum Spürhunde

Bericht über Tagung zum Thema Odorologie im Diensthundewesen (Nasensymposium)

Am 11. und 12. September 2013 fand im Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf das erste Symposium über die Anwendung von Personenspür- und anderen Nasenhunden im Bereich der Diensthundearbeit statt. Die Verhandlungsberichte werden als Buch veröffentlicht werden, Hinweise auf die Bestellmöglichkeiten sowie weitere Informationen zum Symposium werden sich demnächst auf der Webseite der AG Odorologie finden. [Weiterlesen]


Goldschakal als vierte nunmehr bei uns vorkommende Hundeart

Kürzlich wurde in zwei, mehrere Kilometer voneinander entfernten Fotofallen des Luchsprojektes im Nationalpark Bayerischer Wald eindeutig ein Goldschakal fotografiert. [Weiterlesen]


Hunde erkennen edle Spender an der Stimme

Die Fähigkeit, durch Beobachtung sozialer Interaktionen etwas über die Stimmungen, Absichten und möglichen Kontakterfolge zweier anderer Artgenossen zu erfassen, ist ein wesentlicher Teil sozialer Intelligenz bei höherem Lebewesen. Da es sich dabei oftmals um akustische Informationen handelt, hat sich in der Verhaltensnökologie der Begriff Lauscher (eavesdropper) eingebürgert. In mehreren Studien wurde diese Fähigkeit bei Hunden im Zusammenhang mit der Möglichkeit Nahrung zu teilen in Bezug auf menschliche Interaktionspartner untersucht. [Weiterlesen]


Markieren und Gegenmarkieren bei Hunden

Eine kürzlich veröffentlichte Studie über Markierverhalten bei Hunden (Liesberg und Snowdon) in der ZeitschriftAnimal Behaviour untersuchte das Über- und Danebenmarkieren von Hunden auf Urinmarken unter verschiedenen Voraussetzungen. [Weiterlesen]